So hört sich Portugal an - Sehnsucht und Fado

Was die Musik Portugals betrifft, haben Sie sicher schon vom Fado gehört. Die melancholische Stimmung, die die Fadolieder verbreiten passt zunächst vielleicht gar nicht zu dem, was wir uns unter portugiesischer Musik vorstellen.

Die südliche Lage Portugals als Nachbar Spaniens und die Verbindungen zu Brasilien und Afrika lassen heitere, lebensfrohe Musik vermuten. Natürlich gibt es auch diese in Portugal.

Wer sich bei einem Aufenthalt in der Algarve Konzerte Tickets für ein Jazz oder ein Popkonzert portugiesischer Künstler besorgt, der bemerkt schnell, dass die Musik Portugals natürlich nicht nur der Fado ist und durchaus auch heiter sein kann.

Die musikalischen Einflüsse der Kelten, die einst in Portugal siedelten, spezielle, portugiesische Instrumente, andalusische Rhythmen aus dem Alentejo, maurisch anmutende Melodien – das Besondere an der portugiesischen Musik sind mit Sicherheit die verschiedenen Einflüsse der Geschichte des Landes, auch in der modernen Musik.

Für die Fado-Lieder ist die Sehnsucht , auf Portugiesisch „saudade“, zusammen mit Schicksal und Trennungsschmerz ein bezeichnendes Thema. Entstanden ist der Fadogesang, der Ende des 18. Jahrhunderts in Portugal auftauchte, vermutlich durch die Vermischung portugiesischer Seefahrerlieder unter den Einflüssen der Musik und Rhythmen afrikanischer Sklaven.

Die für den Fado der Neuzeit wohl wichtigste Peron war Amália Rodrigues. Die Konzertreisen der in Lissabon geborenen Sängerin führten sie nicht nur quer durch Europa, sondern auch Übersee. Tickets für die Konzerte von Rodrigues waren oft schon lange im Vorhinein ausverkauft. Amalia Rodrigues machte den Fadogesang salonfähig, sie machte diese Musik, die einst sogar verachtete wurde, auch bei den Intellektuellen zu einer beliebten und beachteten Richtung. Nach ihrem Tod 1999 wurde die große Fadokünstlerin Portugals in einem Mauseoleum beigesetzt. In ihre Nachfolge traten einige portugiesische Künstler, die den Fado in einer neuen und anderen Form weiterentwickelten.

Wer heute als Tourist nach Portugal kommt, der kann den Fado in seiner Ursprünglichkeit kaum mehr erleben. Mehr eine Touristenattraktion inszenieren die Portugiesen den Fado in den zahlreichen Bars und Restaurants des Landes. Mit der spontanen und ungekünstelten Weise, die den „fado vadio“ kennzeichnet, haben diese Darstellungen fast nichts mehr zu tun.

Tipp: Um die Kunst und die Besonderheit des Fado zu verstehen sollten Sie sich einfach eine Cd von Amalia Rodrigues zulegen!

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